Krankengeld berechnen – Schritt für Schritt Berechnung 2026
📋 Offizielle Berechnungsgrundlage · Deutsche Rentenversicherung · 2026

Krankengeld berechnen: Die genaue Formel der Krankenkasse 2026

🗓 Letzte Aktualisierung: Mai 2026 · Lesezeit: ca. 4 Minuten

Verstehen Sie, wie Ihre Krankenkasse das Krankengeld Schritt für Schritt ermittelt – mit konkreten Beispielwerten und aktualisierten Beitragsbemessungsgrenzen für 2026.

🛡️ Weiter: Absicherung prüfen

Nur zu Informationszwecken · Keine Rechtsberatung · Angaben ohne Gewähr

„Als jemand, der sich seit Jahren mit dem deutschen Sozialversicherungsrecht beschäftigt, weiß ich: Die häufigste Ursache für zu niedrig ausgezahltes Krankengeld ist ein Fehler in der Berechnungsgrundlage – den die meisten Versicherten nie bemerken.“

Wie das Krankengeld berechnet wird

Die Berechnungsgrundlage für das Krankengeld ist das sogenannte Regelentgelt. Dabei handelt es sich um das beitragspflichtige Bruttoarbeitsentgelt der letzten vier Wochen vor Beginn der Arbeitsunfähigkeit, geteilt durch 30.

Von diesem Tagesbetrag werden dann 70% berechnet – das ist das sogenannte kalendertägliche Krankengeld. Zusätzlich gilt: Das Krankengeld darf 90% des Nettoverdienstes nicht übersteigen. Es wird immer der niedrigere der beiden Werte ausgezahlt.

Die gesetzliche Obergrenze ergibt sich aus der Beitragsbemessungsgrenze der gesetzlichen Krankenversicherung. Diese Grenze liegt 2026 bei 5.512,50 Euro brutto monatlich – darüber liegendes Einkommen wird bei der Krankengeldberechnung nicht berücksichtigt.

Die Krankengeld-Formel im Detail

Berechnungsformel 2026

Bruttoentgelt (4 Wochen) ÷ 30 = Regelentgelt/Tag
Regelentgelt/Tag × 70% = Krankengeld/Tag
max. 90% des Nettolohns/Tag · BBG: 5.512,50 €/Monat

Beispielrechnung (Bruttogehalt 3.000 €/Monat)

Angenommen, Ihr Bruttogehalt der letzten vier Wochen beträgt 3.000 Euro. So funktioniert die Berechnung laut den Richtlinien der Deutschen Rentenversicherung für 2026:

Schritt Berechnung Ergebnis
Bruttoentgelt (4 Wochen) Gehaltsnachweis 3.000,00 €
Regelentgelt pro Tag 3.000 ÷ 30 100,00 €
70% des Regelentgelts 100 × 0,70 70,00 €/Tag
Krankengeld pro Monat (30 Tage) 70 × 30 ≈ 2.100,00 €

⚠️ Hinweis: Die obigen Werte sind Schätzungen zu Informationszwecken. Ihre tatsächliche Auszahlung kann je nach Krankenversicherung, Steuerklasse und individuellem Nettolohn abweichen. Quelle: Deutsche Rentenversicherung (öffentliche Informationen 2026).

Krankengeld nach Einkommensgruppe – Vergleich 2026

Die folgende Tabelle zeigt Schätzwerte für verschiedene Bruttoeinkommensgruppen. Sie dient ausschließlich der Orientierung und basiert auf der Berechnungsmethodik der Deutschen Rentenversicherung für 2026.

Bruttogehalt/Monat Regelentgelt/Tag Krankengeld/Tag (70%) Krankengeld/Monat (ca.)
1.800 € 60,00 € 42,00 € ca. 1.260 €
2.500 € 83,33 € 58,33 € ca. 1.750 €
3.000 € 100,00 € 70,00 € ca. 2.100 €
4.000 € 133,33 € 93,33 € ca. 2.800 €
5.512 € (BBG) 183,73 € 128,61 € ca. 3.858 € (Maximum)

Quelle: Berechnungsmethodik der Deutschen Rentenversicherung und SGB V · Alle Werte sind Schätzungen ohne Gewähr.

Schritt für Schritt: Was Sie jetzt tun müssen

  1. Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (eAU) einreichen: Ihr Arzt übermittelt die eAU digital an die Krankenkasse. Stellen Sie sicher, dass dies korrekt und fristgerecht erfolgt ist.
  2. Gehaltsnachweis der letzten vier Wochen prüfen: Bitten Sie Ihren Arbeitgeber um eine Bescheinigung des beitragspflichtigen Bruttoentgelts für den relevanten Zeitraum.
  3. Krankengeldantrag bei der Krankenkasse stellen: Viele Kassen leiten die Zahlung automatisch ein. Prüfen Sie dennoch, ob ein formeller Antrag erforderlich ist.
  4. Auszahlungsbescheid prüfen: Vergleichen Sie die Berechnungsgrundlage anhand der obigen Formel. Abweichungen sollten Sie schriftlich bei der Kasse anfragen.
  5. Widerspruch fristgerecht einlegen: Haben Sie Zweifel an der Berechnung, haben Sie das Recht, innerhalb eines Monats Widerspruch einzulegen (§ 84 SGG).

Krankheit und Fixkosten: Was Sie jetzt überprüfen sollten

Wer krankgeschrieben ist und mit weniger Einkommen auskommen muss, sollte alle laufenden Fixkosten auf den Prüfstand stellen. Ein häufig unterschätzter Posten: die KFZ-Versicherung. Viele Haushalte zahlen jährlich mehrere Hundert Euro zu viel – einfach weil sie ihren KFZ-Versicherung Tarif seit Jahren nicht überprüft haben.

Ein gezielter KFZ-Versicherung Vergleich kann die monatliche Belastung spürbar senken – und so den finanziellen Spielraum während der Krankheit vergrößern. Online-Tarifrechner verschiedener BaFin-regulierter Anbieter ermöglichen den Vergleich in wenigen Minuten, ohne persönliche Beratung.

Das Gleiche gilt für die Gebäudeversicherung: Wer die Gebäudeversicherung Kosten seit mehr als zwei Jahren nicht verglichen hat, zahlt in vielen Fällen zu viel. Beide Optimierungen zusammen können monatlich €30–80 freisetzen – Geld, das direkt für laufende Ausgaben während der Krankschreibung genutzt werden kann.

💡 Tipp: Der günstigste Zeitpunkt für einen KFZ-Versicherung Wechsel ist in Deutschland traditionell der 30. November. Wer früh vergleicht, hat mehr Auswahl und bessere Konditionen – und kann die eingesparten Beiträge gezielt in eine Krankentagegeld- oder Berufsunfähigkeitsversicherung investieren.

Was passiert, wenn das Krankengeld endet?

Viele Menschen erkennen erst nach Wochen, dass das Krankengeld nur für maximal 78 Wochen gezahlt wird. Was kommt danach? Wer langfristig erkrankt ist, sollte frühzeitig über eine Berufsunfähigkeitsversicherung und den Unterschied zur Erwerbsminderungsrente informiert sein.

Die staatliche Erwerbsminderungsrente ist oft deutlich niedriger als erwartet. Eine private Unfallversicherung oder Berufsunfähigkeitsversicherung kann die entscheidende Lücke schließen. Ein Vergleich lohnt sich besonders, solange man noch gesund ist.

Wer frühzeitig an private Vorsorge bei Krankheit denkt, kann sich effektiv gegen Erwerbsminderung absichern – und vermeidet finanzielle Engpässe, wenn der Staat allein nicht ausreicht.

🛡️ Absicherung bei langer Krankheit →

Häufige Fragen zur Krankengeld-Berechnung 2026

Was zählt zum beitragspflichtigen Entgelt für die Berechnung?

Zum beitragspflichtigen Entgelt zählen Grundgehalt, regelmäßige Zulagen und Einmalzahlungen wie Urlaubs- oder Weihnachtsgeld – sofern sie im Berechnungszeitraum tatsächlich gezahlt wurden. Unregelmäßige Sonderzahlungen werden gesondert berücksichtigt.

Wird Krankengeld versteuert?

Krankengeld ist steuerfrei, unterliegt aber dem Progressionsvorbehalt. Das bedeutet: Es erhöht den Steuersatz auf Ihre übrigen Einkünfte im Jahresausgleich. Bei längerer Krankheit kann das zu einer Nachzahlung bei der Einkommensteuer führen.

Was passiert bei mehreren Arbeitgebern?

Haben Sie mehrere beitragspflichtige Arbeitsverhältnisse, werden alle Entgelte zusammengerechnet – bis zur Beitragsbemessungsgrenze. Die Berechnung des Krankengeldes basiert dann auf dem Gesamtentgelt aller Arbeitgeber.

Kann die Krankenkasse das Krankengeld kürzen oder einstellen?

Ja. Die Kasse kann die Zahlung unterbrechen, wenn die eAU nicht rechtzeitig vorliegt, wenn Sie eine Mitwirkungspflicht verletzen oder wenn ein medizinisches Gutachten des MDK Zweifel an der Arbeitsunfähigkeit bestätigt.

Gibt es Krankengeld auch für Selbstständige?

Selbstständige mit freiwilliger gesetzlicher Krankenversicherung können optional einen Krankengeldanspruch einschließen. Der Beitrag ist höher, bietet aber Schutz ab der 43. Krankheitswoche – oder früher, wenn entsprechende Wahltarife gewählt wurden.

⚠️ Wichtiger Hinweis: Dieser Inhalt dient ausschließlich der Information und Bildung. Die dargestellten Werte sind Schätzungen auf Basis öffentlicher Daten der Deutschen Rentenversicherung und des SGB V. Er stellt keine Rechts-, Steuer- oder Finanzberatung dar. | Letzte Aktualisierung: Mai 2026

Letzte Aktualisierung: Mai 2026 · Inhalt ausschließlich zu Informations- und Bildungszwecken
DSGVO (Datenschutz-Grundverordnung) · §1 UWG (Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb)