Riester Rente Rechner 2026: Riester-Förderung berechnen
Sie möchten für das Alter vorsorgen und dabei staatliche Förderung erhalten? Unser kostenloser Riester Rente Rechner hilft Ihnen, Ihre jährlichen Zulagen, Steuervorteile und die zu erwartende Rentenhöhe zu berechnen.
Der Rechner berücksichtigt Ihr Bruttoeinkommen, Ihre Kinder, Ihren Eigenbeitrag und die Laufzeit bis zur Rente. Sie erhalten eine realistische Einschätzung, wie viel Rente Sie mit Riester aufbauen können.
Was unser Riester Rente Rechner berechnet:
- Grundzulage und Kinderzulagen jährlich
- Erforderlicher Mindesteigenbeitrag (4% Regel)
- Steuerersparnis durch Sonderausgabenabzug
- Gesamtkapital bei Rentenbeginn
- Monatliche Riester-Rente lebenslang
Nutzen Sie den Rechner jetzt und planen Sie Ihre Riester-Rente optimal!
⚖️ Rechtlicher Hinweis: Dieser Riester Rente Rechner dient nur zur Orientierung und ersetzt keine professionelle Altersvorsorgeberatung. Für verbindliche Auskünfte wenden Sie sich bitte an einen Finanzberater. Vollständiger Haftungsausschluss
Riester Rente Rechner 2026: Riester-Förderung berechnen
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🏦 Riester Rente Rechner 2026
Berechnen Sie Ihre staatliche Förderung
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💰 Ihre Riester-Förderung im Detail
⚠️ Wichtiger Hinweis zur Riester-Rente
Diese Berechnung ist eine Schätzung und ersetzt keine professionelle Altersvorsorgeberatung.
- Die Berechnung geht von durchschnittlicher Rendite aus (3% p.a.)
- Tatsächliche Rentenhöhe hängt vom gewählten Riester-Produkt ab
- Kosten und Gebühren sind nicht berücksichtigt
- Für verbindliche Beratung wenden Sie sich an einen Finanzberater
Haftungsausschluss: Wir übernehmen keine Gewähr für die Richtigkeit. Alle Angaben ohne Gewähr.
Riester-Rente verstehen
Was ist die Riester-Rente?
Die Riester-Rente ist eine staatlich geförderte private Altersvorsorge, benannt nach dem früheren Bundesarbeitsminister Walter Riester.
Grundprinzip:
Der Staat fördert Ihre private Altersvorsorge durch direkte Zulagen und Steuervorteile. Sie zahlen Beiträge in einen Riester-Vertrag ein und erhalten dafür staatliche Zuschüsse und Steuererleichterungen.
Wer ist förderberechtigt:
Pflichtversicherte in der gesetzlichen Rentenversicherung (Angestellte, Beamte, Arbeitslose mit ALG 1), mittelbar förderberechtigt sind Ehepartner von förderberechtigten Personen (mit eigenem Vertrag), Kindererziehende in den ersten 3 Jahren, Bezieher von Krankengeld, Versorgungsbezüge.
Nicht förderberechtigt:
Selbstständige ohne Rentenversicherungspflicht, ausschließlich geringfügig Beschäftigte (unter 538 €/Monat), Studenten ohne sozialversicherungspflichtige Beschäftigung, Rentner.
Die staatliche Förderung im Detail
Die Riester-Förderung besteht aus zwei Komponenten: Zulagen und Steuervorteile.
1. Zulagen
Grundzulage: 175 € pro Jahr und Person (Stand 2026), beide Ehepartner können jeweils 175 € erhalten (bei eigenem Vertrag).
Kinderzulagen: Für jedes kindergeldberechtigte Kind, für vor 2008 geborene Kinder 185 € pro Jahr, für ab 2008 geborene Kinder 300 € pro Jahr.
Berufseinsteiger-Bonus: Einmalig 200 € wenn Sie bei Vertragsabschluss unter 25 Jahre alt sind.
Beispiel Familie mit 2 Kindern (geboren 2010 und 2015): Vater Grundzulage 175 €, Mutter Grundzulage 175 €, Kind 1 Zulage 300 €, Kind 2 Zulage 300 €, Gesamt 950 € Zulagen pro Jahr.
2. Steuervorteile (Sonderausgabenabzug)
Riester-Beiträge können als Sonderausgaben abgesetzt werden: bis zu 2.100 € pro Jahr absetzbar (inklusive Zulagen), das Finanzamt prüft automatisch was günstiger ist: Zulagen oder Steuerersparnis (Günstigerprüfung).
Bei höherem Einkommen bringt der Sonderausgabenabzug oft mehr als nur die Zulagen. Die Differenz wird als Steuererstattung ausgezahlt.
Beispiel: Lediger mit 50.000 € Brutto, zahlt 2.100 € in Riester ein, erhält 175 € Grundzulage, Steuerersparnis bei 35% Grenzsteuersatz ca. 735 €, davon werden 175 € Zulage abgezogen, zusätzliche Erstattung 560 €, Gesamt-Förderung 175 + 560 = 735 € (35% von 2.100 €).
Die 4-Prozent-Regel: Mindesteigenbeitrag
Um die volle Zulage zu erhalten, müssen Sie einen Mindesteigenbeitrag leisten.
Berechnung:
Mindesteigenbeitrag = 4% des rentenversicherungspflichtigen Vorjahres-Bruttoeinkommens minus erhaltene Zulagen, mindestens aber 60 € pro Jahr (Sockelbeitrag).
Beispiel: Bruttoeinkommen 40.000 €, 4% davon 1.600 €, Zulagen 475 € (Grundzulage + 1 Kind), Mindesteigenbeitrag 1.600 - 475 = 1.125 €.
Was passiert bei zu geringem Eigenbeitrag:
Wenn Sie weniger als den Mindesteigenbeitrag zahlen, werden die Zulagen anteilig gekürzt.
Beispiel: Mindesteigenbeitrag 1.000 €, Sie zahlen nur 500 € (50%), Sie erhalten nur 50% der Zulagen, Zulagenanspruch 400 €, Sie bekommen nur 200 €.
Ausnahmen:
Geringverdiener mit weniger als 2.100 € Bruttojahreseinkommen: Sockelbeitrag 60 € reicht für volle Zulage, mittelbar Förderberechtigte (Ehepartner): Sockelbeitrag 60 € reicht für volle Zulage.
Riester-Produkte im Überblick
Es gibt verschiedene Arten von Riester-Verträgen.
1. Riester-Rentenversicherung
Die klassische Form bei Versicherungen.
Vorteile: Garantierte Mindestrente, Beitragsgarantie (Sie bekommen mindestens Ihre Einzahlungen + Zulagen zurück), planbare Rentenhöhe, lebenslange Rentenzahlung garantiert.
Nachteile: Niedrige Renditen (oft nur 1-2% p.a.), hohe Abschluss- und Verwaltungskosten, wenig Flexibilität, nicht vererbbar (nur Beitragsgarantie während Ansparphase).
Für wen: Sicherheitsorientierte Sparer, Menschen ohne Anlage-Erfahrung, kurz vor Rentenbeginn (keine Zeit für Schwankungen).
2. Riester-Fondssparplan
Investition in Investmentfonds mit Beitragsgarantie.
Vorteile: Höhere Renditechancen (historisch 4-6% p.a.), geringere Kosten als Versicherung, mehr Flexibilität bei Fondsauswahl.
Nachteile: Schwankungen während Ansparphase, Beitragsgarantie begrenzt Rendite (Sicherungsmechanismen kosten), nicht alle Fonds verfügbar.
Für wen: Jüngere Sparer (Zeit für Marktschwankungen), renditeorientierte Anleger, Menschen mit Anlageerfahrung.
3. Riester-Banksparplan
Klassisches Sparbuch mit Riester-Förderung.
Vorteile: Sehr sicher, niedrige Kosten, einfach zu verstehen, keine Abschlusskosten.
Nachteile: Sehr niedrige Zinsen (oft unter 1%), kaum Rendite nach Inflation, weniger verbreitet (nur noch wenige Banken bieten an).
Für wen: Extrem sicherheitsorientierte, kurz vor Rente, kleine Beträge.
4. Wohn-Riester
Eigenheimfinanzierung mit Riester-Förderung.
Vorteile: Förderung für Immobilienkauf oder Entschuldung, mietfreies Wohnen im Alter, Vermögensaufbau durch Immobilie.
Nachteile: Komplexe Regelungen, nachgelagerte Besteuerung auf fiktive Rente, Flexibilität eingeschränkt (Immobilie muss selbst genutzt werden), Wohnförderkonto wird aufgebaut (muss versteuert werden).
Für wen: Immobilienkäufer, Baufinanzierer, langfristige Eigennutzung geplant.
Praxisbeispiele: Verschiedene Riester-Szenarien
Beispiel 1: Julia - Berufseinsteigerin
Ausgangssituation:
Julia (24 Jahre) startet ins Berufsleben als Marketing-Assistentin, Bruttoeinkommen 32.000 € pro Jahr, ledig, keine Kinder, schließt Riester-Fondssparplan ab.
Förderung:
Mindesteigenbeitrag 4% von 32.000 = 1.280 € minus Grundzulage 175 € = 1.105 € Eigenbeitrag, Berufseinsteiger-Bonus einmalig 200 €, jährliche Zulagen 175 € Grundzulage.
Julia's Strategie:
Zahlt 100 € monatlich (1.200 € jährlich), etwas mehr als Mindestbeitrag für Sicherheit, nutzt Fondssparplan für höhere Rendite (noch 43 Jahre bis Rente).
Hochrechnung bis Rente (67 Jahre):
Laufzeit 43 Jahre, Eigenbeiträge 51.600 € (1.200 × 43), Zulagen 7.525 € (175 × 43), Berufseinsteiger-Bonus 200 €, Gesamteinzahlungen 59.325 €.
Bei 4% Rendite p.a.: Kapital bei Rente ca. 156.000 €, monatliche Rente ca. 465 € lebenslang (bei Rentenfaktor 28).
Vorteil früher Start:
Würde Julia erst mit 35 starten (11 Jahre später), bei gleichen Beiträgen nur ca. 98.000 € Kapital, 58.000 € weniger durch entgangenen Zinseszins.
Fazit: Je früher, desto besser - auch kleine Beträge zahlen sich aus.
Beispiel 2: Familie Schneider - Doppelverdiener mit Kindern
Ausgangssituation:
Vater (38 Jahre) Ingenieur 60.000 € Brutto, Mutter (36 Jahre) Lehrerin 48.000 € Brutto, 2 Kinder geboren 2015 und 2018, beide haben Riester-Rentenversicherung.
Förderung Vater:
Mindesteigenbeitrag 4% von 60.000 = 2.400 € minus Zulagen 775 € = 1.625 € Eigenbeitrag, Zulagen 175 € Grund + 300 € Kind 1 + 300 € Kind 2 = 775 €.
Förderung Mutter:
Mindesteigenbeitrag 4% von 48.000 = 1.920 € minus Zulagen 175 € = 1.745 € Eigenbeitrag, Zulagen 175 € Grundzulage (Kinder werden nur einmal gezählt, beim Vater).
Gemeinsame Strategie:
Vater zahlt Maximalförderung 2.100 € jährlich, davon 775 € Zulagen und 1.325 € Eigenbeitrag, Mutter zahlt Mindesteigenbeitrag 1.745 €.
Steuerersparnis:
Grenzsteuersatz beide ca. 35%, Sonderausgabenabzug Vater 2.100 € Steuerersparnis 735 €, davon Zulagen 775 € abziehen, Rückerstattung keine (Zulagen sind bereits günstiger).
Sonderausgabenabzug Mutter 1.920 €, Steuerersparnis 672 €, davon Zulagen 175 € abziehen, zusätzliche Rückerstattung 497 €.
Gesamt-Förderung Familie:
Zulagen 950 € (775 + 175), Steuerrückerstattung 497 €, Gesamt 1.447 € staatliche Förderung pro Jahr.
Eigenbeiträge 3.070 € (1.325 + 1.745), mit Förderung 4.517 € Gesamteinzahlung, effektive Förderquote 32% (1.447 / 4.517).
Die Familie baut so mit überschaubaren Eigenbeiträgen eine solide Zusatzrente auf.
Beispiel 3: Michael - Geringverdiener
Ausgangssituation:
Michael (42 Jahre) arbeitet Teilzeit im Einzelhandel, Bruttoeinkommen 18.000 € pro Jahr, 1 Kind geboren 2020, alleinerziehend.
Förderung:
Mindesteigenbeitrag 4% von 18.000 = 720 € minus Zulagen 475 € (175 Grund + 300 Kind) = 245 € Eigenbeitrag, aber Sockelbeitrag von 60 € würde auch reichen (Sonderregelung bei niedrigem Einkommen).
Michael's Entscheidung:
Zahlt 60 € pro Jahr (Sockelbeitrag), erhält volle Zulagen 475 €, Gesamtbeitrag 535 € pro Jahr.
Förderquote:
Michael zahlt nur 60 € selbst, bekommt 475 € vom Staat, Förderquote 792% (475 / 60).
Für Geringverdiener besonders attraktiv:
Bei niedrigem Einkommen ist Riester unschlagbar, bereits 5 € monatlich reichen für volle Förderung, Rendite durch Zulagen extrem hoch.
Hochrechnung (25 Jahre bis Rente):
Eigenbeiträge 1.500 € (60 × 25), Zulagen 11.875 € (475 × 25), Gesamteinzahlungen 13.375 €.
Bei 2% Rendite ca. 18.200 € bei Rente, monatliche Rente ca. 54 € lebenslang.
Nicht viel, aber für nur 5 € pro Monat eine wertvolle Ergänzung zur gesetzlichen Rente.
Beispiel 4: Claudia - mittelbar Förderberechtigte
Ausgangssituation:
Claudia (40 Jahre) ist Hausfrau, kein eigenes Einkommen, Ehemann ist angestellt und riester-berechtigt, 3 Kinder geboren 2010, 2013, 2016.
Regelung mittelbare Förderung:
Ehepartner von Förderberechtigten sind "mittelbar" förderberechtigt, können eigenen Riester-Vertrag abschließen, müssen nur Sockelbeitrag 60 € zahlen für volle Zulagen.
Claudia's Förderung:
Sockelbeitrag 60 € pro Jahr, Grundzulage 175 €, Kinderzulagen 900 € (3 × 300 €), Gesamt 1.075 € Zulagen.
Gesamtbeitrag: 60 + 1.075 = 1.135 € pro Jahr.
Förderquote: 1.792% (1.075 / 60) - unglaublich hohe Förderung.
Hochrechnung (27 Jahre bis Rente):
Eigenbeiträge 1.620 € (60 × 27), Zulagen 29.025 € (1.075 × 27), Gesamteinzahlungen 30.645 €.
Bei 2% Rendite ca. 41.500 € bei Rente, monatliche Rente ca. 124 € lebenslang.
Wichtig für Hausfrauen/Hausmänner:
Unbedingt mittelbar fördern lassen, für 5 € monatlich über 1.000 € Förderung pro Jahr, Partner muss förderberechtigt sein und selbst riestern.
7 wichtige Tipps für optimales Riestern
1. Früh anfangen zahlt sich aus
Der Zinseszinseffekt ist bei Riester entscheidend.
Beispielrechnung Start mit 25 vs. 40 Jahren:
Person A startet mit 25, spart bis 67 (42 Jahre), 100 € monatlich (1.200 € jährlich), bei 4% Rendite ca. 150.000 € Kapital.
Person B startet mit 40, spart bis 67 (27 Jahre), 100 € monatlich (1.200 € jährlich), bei 4% Rendite ca. 65.000 € Kapital.
Unterschied 85.000 € trotz gleichem monatlichen Beitrag. Person A zahlt 50.400 € ein (42 × 1.200), Person B zahlt 32.400 € ein (27 × 1.200), Unterschied Einzahlung nur 18.000 €.
Aber Unterschied Endkapital 85.000 € - das ist Zinseszins.
Fazit: Auch wenn Sie nur 25 € monatlich aufbringen können - fangen Sie an. Später aufstocken ist immer möglich.
2. Mindesteigenbeitrag einhalten
Nur bei Erreichen des Mindesteigenbeitrags erhalten Sie die volle Förderung.
Häufiger Fehler:
Vertrag abschließen mit zu niedrigem Beitrag, Zulagen werden gekürzt, Geld verschenkt.
So vermeiden:
Berechnen Sie jährlich neu (bei Gehaltsänderung ändert sich Mindesteigenbeitrag), nutzen Sie unseren Rechner, passen Sie Beitrag rechtzeitig an, Anbieter informiert Sie meist automatisch.
Praxis-Tipp:
Zahlen Sie 50-100 € mehr als Mindesteigenbeitrag, so haben Sie Puffer bei Gehaltserhöhung (Mindesteigenbeitrag steigt), Sie verschenken keine Zulagen.
3. Günstigerprüfung nutzen
Das Finanzamt prüft automatisch, was für Sie besser ist: Zulagen oder Steuererstattung.
Wie funktioniert das:
Sie tragen Riester-Beiträge in Steuererklärung ein (Anlage AV), Finanzamt berechnet Steuerersparnis durch Sonderausgabenabzug, vergleicht mit erhaltenen Zulagen, zahlt Differenz als Steuerrückerstattung (wenn Steuerersparnis höher).
Für wen lohnt sich Sonderausgabenabzug besonders:
Höheres Einkommen (hoher Grenzsteuersatz), kinderlos oder wenige Kinder (weniger Zulagen), Maximalförderung 2.100 € ausgeschöpft.
Beispiel:
Einkommen 70.000 € Brutto, Grenzsteuersatz 42%, Riester-Beitrag 2.100 €, Steuerersparnis 882 € (42% von 2.100), erhaltene Zulagen nur 175 €, Rückerstattung 707 € (882 - 175).
Gesamt-Förderung 175 + 707 = 882 € (42% des Beitrags).
Wichtig: Immer Anlage AV ausfüllen in Steuererklärung, auch wenn Sie nur Zulagen erwarten. Das Finanzamt prüft automatisch.
4. Zulagenantrag nicht vergessen
Die Zulagen werden nicht automatisch gezahlt - Sie müssen sie beantragen.
Dauerzulagenantrag:
Beim Vertragsabschluss einmaligen Dauerzulagenantrag stellen, Anbieter beantragt dann jährlich automatisch für Sie, Sie müssen nur Änderungen melden (Kinder, Einkommen).
Was melden:
Geburt von Kindern (Kindergeldnummer mitteilen), Heirat/Scheidung, Einkommensänderungen über 20%, Elternzeit, Arbeitslosigkeit.
Häufiger Fehler:
Kein Dauerzulagenantrag gestellt, jedes Jahr manuell beantragen vergessen, Zulagen verfallen (nur 2 Jahre rückwirkend).
Praxis-Tipp:
Bei Vertragsabschluss explizit nach Dauerzulagenantrag fragen, Bestätigung aufbewahren, jährlich Zulagenbescheid prüfen (kommt per Post).
5. Kosten vergleichen
Riester-Produkte haben unterschiedlich hohe Kosten - das frisst Rendite.
Typische Kostenarten:
Abschlusskosten (einmalig, oft 2-5% der Beiträge), Verwaltungskosten (jährlich 0,5-1,5%), Fondskosten bei Fondssparplan (0,5-2% p.a.), Garantiekosten (für Beitragsgarantie).
Kostenbeispiel Rentenversicherung:
Beitrag 1.200 € jährlich über 30 Jahre, Abschlusskosten 1.800 € (5% von 36.000), Verwaltungskosten 1% p.a. ca. 9.000 €, Gesamt-Kosten ca. 10.800 € (30% der Einzahlungen).
Kostenbeispiel Fondssparplan:
Günstige Variante keine Abschlusskosten, Verwaltungskosten 0,5% p.a. ca. 4.500 €, Fondskosten 0,8% p.a. ca. 7.200 €, Gesamt-Kosten ca. 11.700 € (32% der Einzahlungen).
Unterschied scheint klein, aber 1% weniger Kosten = ca. 5.000-10.000 € mehr Rente bei 30 Jahren Ansparzeit.
Wo Kosten vergleichen:
Effektivkostenquote (steht im Produktinformationsblatt), Modellrechnung mit Kosten anfordern, unabhängige Vergleichsportale nutzen.
6. Flexibilität beachten
Leben ändert sich - Ihr Riester-Vertrag sollte mithalten können.
Wichtige Flexibilitäten:
Beitragsanpassung möglich (Erhöhung/Senkung), Beitragsfreistellung bei Zahlungsschwierigkeiten (z.B. Arbeitslosigkeit), Anbieterwechsel möglich (mit Kosten verbunden), vorzeitige Kündigung möglich (aber unattraktiv - alle Förderungen zurückzahlen).
Ruhend stellen statt kündigen:
Bei Zahlungsschwierigkeiten Vertrag beitragsfrei stellen, nicht kündigen, vorhandenes Kapital bleibt und wird weiter verzinst, Zulagen-Anspruch pausiert, bei Wiederaufnahme weiterzahlen möglich.
Anbieterwechsel:
Wechsel zu günstigerem Anbieter ist möglich, bisheriges Kapital wird übertragen, Wechselkosten 100-150 €, lohnt sich bei deutlich günstigerem Produkt, nicht zu oft wechseln (Kosten).
7. Wohn-Riester für Eigenheim prüfen
Wenn Sie Wohneigentum haben oder planen, kann Wohn-Riester sinnvoll sein.
Wofür verwendbar:
Immobilienkauf oder Bau (selbstgenutzt), Entschuldung bestehender Baufinanzierung, altersgerechter Umbau (ab 50 Jahren), Erwerb Genossenschaftsanteile (wenn Wohnung).
Vorteile:
Gleiche Zulagen wie klassisches Riester, schnellere Entschuldung durch Förderung, mietfreies Wohnen im Alter spart Kosten, Eigenkapital aufbauen.
Nachteile:
Komplexere Regelungen, nachgelagerte Besteuerung (Wohnförderkonto), Selbstnutzungspflicht (bis 67), bei Verkauf vor 67 Förderung zurückzahlen, weniger flexibel als normale Riester-Rente.
Wohnförderkonto:
Für jede erhaltene Zulage und Steuerersparnis wird fiktives Konto geführt, dieses Konto wird jährlich mit 2% verzinst, bei Renteneintritt wird Konto besteuert (als ob Sie Rente bekämen).
Besteuerung kann als Einmalbetrag (30% Rabatt) oder über 20 Jahre verteilt erfolgen.
Für wen geeignet:
Eigentumserwerb geplant oder vorhanden, langfristige Selbstnutzung sicher, hohe Baufinanzierung (Zinsersparnis durch schnellere Tilgung), Verständnis für komplexe Regelungen vorhanden.
Häufig gestellte Fragen
Lohnt sich Riester noch in 2026?
Riester steht in der Kritik, aber für viele lohnt es sich noch.
Vorteile: Garantierte Zulagen (Geschenk vom Staat), bei Kindern besonders attraktiv (bis 300 € pro Kind), Steuervorteile bei höherem Einkommen, Beitragsgarantie (Sie verlieren nie Ihre Einzahlungen).
Nachteile: Niedrige Renditen (1-3% nach Kosten), hohe Kosten bei manchen Produkten, unflexibel (Kapital bis Rente gebunden), nachgelagerte Besteuerung (Rente wird voll versteuert).
Für wen lohnt es sich: Familien mit Kindern (hohe Kinderzulagen), Geringverdiener (hohe Förderquote), Menschen ohne Anlage-Erfahrung (einfache staatliche Förderung), Beamte und Angestellte (klassische Zielgruppe).
Für wen gibt es Besseres: Selbstständige ohne Förderberechtigung (eher ETF-Sparplan), sehr hohe Einkommen (eher Rürup-Rente steuerlich besser), Menschen mit Anlage-Erfahrung (selbst anlegen oft renditeträchtiger).
Was kann ich bei Kündigung zurückbekommen?
Kündigung vor Rentenbeginn ist möglich, aber sehr unattraktiv.
Was passiert: Alle erhaltenen Zulagen müssen zurückgezahlt werden, erhaltene Steuervorteile werden nachversteuert, nur Ihre Eigenbeiträge + Zinsen bekommen Sie, abzüglich Kosten des Anbieters.
Beispiel: Eingezahlt 20.000 € Eigenbeiträge, erhalten 8.000 € Zulagen, aktueller Vertragswert 30.000 €, bei Kündigung Rückzahlung Zulagen 8.000 €, Rückzahlung Steuervorteile ca. 3.000 €, Auszahlung ca. 19.000 € (statt 30.000).
Alternativen zur Kündigung: Vertrag beitragsfrei stellen (ruhen lassen), bei Rentenbeginn auszahlen lassen, Anbieterwechsel zu günstigerem Produkt, Verwendung für Wohneigentum (Wohn-Riester).
Kündigen Sie nur im absoluten Notfall.
Wie wird die Riester-Rente versteuert?
Riester-Rente wird in der Auszahlphase voll versteuert (nachgelagerte Besteuerung).
Während Ansparphase: Beiträge steuerlich absetzbar (Sonderausgaben), Zulagen steuerfrei, keine Steuern auf Kapitalerträge.
In der Rentenphase: Monatliche Rente wird voll versteuert wie Arbeitseinkommen, mit persönlichem Steuersatz im Alter, meist niedriger als während Arbeitszeit (geringeres Einkommen).
Beispiel: Monatliche Riester-Rente 300 €, Jahresrente 3.600 €, persönlicher Steuersatz im Alter 18%, Steuer auf Riester-Rente 648 € jährlich (54 € monatlich), Netto-Riester-Rente 246 € monatlich.
Ist das ein Nachteil: Nicht unbedingt - während Arbeitszeit hatten Sie höheren Steuersatz (z.B. 35%), im Alter niedrigerer Steuersatz (z.B. 18%), Steuerstundungseffekt ist Vorteil.
Kapitalauszahlung: Bei Rentenbeginn können 30% des Kapitals auf einmal entnommen werden, Rest wird als monatliche Rente gezahlt, die 30% werden voll versteuert im Auszahlungsjahr.
Kann ich Riester vererben?
Riester ist grundsätzlich nicht vererbbar - aber es gibt Ausnahmen.
Wenn Sie vor Rentenbeginn sterben: Kapital geht an Ehepartner wenn dieser auch Riester-Vertrag hat, kann förderunschädlich übertragen werden, ohne Rückzahlung Zulagen.
Wenn kein riester-berechtigter Ehepartner vorhanden Kapital geht an Erben, aber alle Zulagen und Steuervorteile müssen zurückgezahlt werden, Erben bekommen nur Eigenbeiträge + Zinsen.
Wenn Sie nach Rentenbeginn sterben: Bei Rentenversicherung meist keine Vererbung (Kapital verfällt), bei Fondssparplan Restkapital vererbbar, Ehepartner kann förderunschädlich übernehmen.
Rentengarantiezeit: Viele Verträge haben 10 Jahre Rentengarantiezeit, wenn Sie innerhalb dieser 10 Jahre sterben, werden Renten weiter an Erben gezahlt, bis 10 Jahre voll sind.
Lösung für Vererbung: Zusätzliche Risikolebensversicherung abschließen (günstig), deckt Todesfall ab, Riester-Kapital ist dann weniger wichtig für Hinterbliebene.
Riester bei Arbeitslosigkeit?
Auch bei Arbeitslosigkeit können Sie weiter riestern.
ALG 1 (Arbeitslosengeld): Sie bleiben förderberechtigt, Mindesteigenbeitrag berechnet sich vom ALG 1, Zulagen-Anspruch bleibt bestehen.
Bürgergeld (ALG 2): Sie sind nicht mehr förderberechtigt, keine Zulagen-Anspruch, Vertrag kann beitragsfrei gestellt werden, bei Wiederaufnahme Arbeit wieder förderberechtigt.
Praxis-Tipp: Bei Arbeitslosigkeit Vertrag beitragsfrei stellen (nicht kündigen), bei Wiederaufnahme Beschäftigung weiterzahlen, keine Förderung verschenken durch Kündigung.
Riester vs. ETF-Sparplan - was ist besser?
Die ewige Debatte unter Vorsorgesparer.
Riester-Vorteile: Staatliche Förderung (Zulagen + Steuervorteile), Beitragsgarantie (kein Verlustrisiko), einfach (keine Anlage-Entscheidungen nötig), für Förderberechtigte fast immer besser als nichts.
ETF-Sparplan Vorteile: Höhere Renditechancen (historisch 6-8% p.a.), niedrigere Kosten (0,2-0,5% p.a.), flexibler (jederzeit kündbar ohne Nachteile), steuerlich günstiger bei Auszahlung (Teilfreistellung), vererbbar ohne Probleme.
Kombination oft optimal: Riester bis zur Maximalförderung (2.100 € p.a.), zusätzlich ETF-Sparplan mit weiterem Sparbetrag, so beide Vorteile nutzen.
Beispiel: 200 € monatlich zum Sparen verfügbar, 100 € in Riester (Förderung mitnehmen), 100 € in ETF-Sparplan (höhere Rendite), beste Balance aus Sicherheit und Rendite.